Die sogenannte „Soul music“,kurz „Soul“, ist ein schillernder musikgeschichlicher Terminus. In seiner konzentriertesten Form meint er die vornehmlich von und für Afroamerikaner produzierte Musik, die Elemente des Gospels und Rhythm&Blues zu einer neuen schwarzen Unterhaltungsmusik vereint.
Die Geschichte der Soul Music startet dabei ihren Eroberungszug in den berühmten und beliebten Bigbands der 40er Jahre von Goodman bis Count Basie. Auch über Gesangsgruppen mit Harmoniegesang entwickelt sich die spätere Charakteristik des Soul, die vor allem in der rhythmisch packenden und emotional dargebotenen Ausgestaltung liegt. Oftmals untermauern fetzige Bläsersätze die Tanzbarkeit und Eingängigkeit der Musik. Zur Blüte gelangt der Soul in den 60er Jahren, in dem er eng mit der US-amerikaischen Bürgerrechtbewegung und dem Willen zur Gleichberechtigung verbunden ist. Titel wie „Say it loud – I’m black and I’m proud“ von James Brown oder „Respect“ von Aretha Franklin avancieren zu wahren Hymenen einer ganzen Generation. Mit dem Attentat auf Martin Luther King 1968 und den Aufständen in den Großstädten wechselt die Zuversicht schnell in Resignation und Desillusionierung, wodurch das Aufblühen der Soul Music jäh unterbrochen wird. Seither umfasst er alle Erscheinungsarten der sogenannten „Black music“. Seine Elemente finden sich in vielfältiger Form bis heute in der modernen Popmusik wieder.